Oberschwingungen im Inselnetz
Auf dem 25. Wind & Solar Integration Workshop in Porto zeigt die TU Braunschweig, wie netzbildende Wechselrichter Spannungsoberschwingungen dämpfen – mit Messdaten aus dem Fuchstaler Inselnetz.
Zu den Publikationen
Forschungsprojekt · Reallabor Energiezukunft Fuchstal
„Fuchstal leuchtet“ untersucht, ob ein Mittelspannungsnetz stabil betrieben werden kann, das ausschließlich von Wechselrichtern gespeist wird – ganz ohne Großkraftwerke und ohne zentrale Regelung.
Die Forschungsfrage
Mit der Energiewende ersetzen Wind- und Solaranlagen die großen Kraftwerke. Diese speisen über Wechselrichter ein – und haben keine rotierenden Schwungmassen, die das Netz bisher stabilisiert haben. Im europäischen Verbundnetz wird diese Situation um das Jahr 2040 erwartet.
Die Energiezukunft Fuchstal entspricht schon heute diesem Netz der Zukunft. Deshalb lässt sich hier im realen Betrieb klären, was in Simulationen allein nicht beantwortet werden kann.
Wie ist in der Praxis ein stabiler Netzbetrieb in einem Netz ohne zentrale Regelungsstruktur möglich, das ausschließlich von Stromrichtern gespeist und belastet wird?
Das Reallabor in Zahlen
Batteriespeicher, Windpark, Power-to-Heat-Anlage mit Wärmespeicher und die Ortsteile Asch und Leeder bilden einen Netzabschnitt, der sich vom Verbundnetz trennen lässt.
Schritt für Schritt
Jeder Feldversuch wird mit Simulationsmodellen vorbereitet und nimmt weitere Anlagen in das Inselnetz auf – bis am Ende die Fuchstaler Ortsteile Asch und Leeder versorgt werden.

Feldversuch 1 · Oktober 2024
Zwei netzbildende Wechselrichter versorgen Power-to-Heat-Anlage, Lastbank und Kabelstrecke.
Abgeschlossen
Feldversuch 2 · 16.–18. September 2025
Netzbildende und netzfolgende Anlagen im Zusammenspiel – drei Tage stabiler Inselnetzbetrieb.
Abgeschlossen
Feldversuch 3 · 23.–27. November 2026
Die Ortsteile Asch und Leeder werden für einen halben Tag vom Stromnetz getrennt und als Inselnetz versorgt – der Praxisnachweis für das Netz der Zukunft.
Geplant
Aktuelles
Auf dem 25. Wind & Solar Integration Workshop in Porto zeigt die TU Braunschweig, wie netzbildende Wechselrichter Spannungsoberschwingungen dämpfen – mit Messdaten aus dem Fuchstaler Inselnetz.
Zu den PublikationenDie Ergebnisse des zweiten Feldversuchs zu Transformator-Einschaltströmen wurden auf dem Hybrid Power Plants & Systems Workshop auf Sardinien vorgestellt.
Mehr zum Feldversuch 2Wie ein Risikomanagement die Feldversuche absichert, zeigt der Beitrag der Hochschule München auf dem Symposium Energieinnovation in Graz.
Zur PressemitteilungAm 2. Oktober 2024 lief das Inselnetz erstmals ausschließlich über die netzbildenden Batteriewechselrichter – 15 Parameterszenarien wurden getestet.
Mehr zum Feldversuch 1Konsortium
Das Projekt „Fuchstal leuchtet“ wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.