Forschungsprojekt · Reallabor Energiezukunft Fuchstal

Das Stromnetz der Zukunft – im Fuchstal erprobt

„Fuchstal leuchtet“ untersucht, ob ein Mittelspannungsnetz stabil betrieben werden kann, das ausschließlich von Wechselrichtern gespeist wird – ganz ohne Großkraftwerke und ohne zentrale Regelung.

Die Forschungsfrage

Funktioniert ein Netz nur mit Wechselrichtern?

Mit der Energiewende ersetzen Wind- und Solaranlagen die großen Kraftwerke. Diese speisen über Wechselrichter ein – und haben keine rotierenden Schwungmassen, die das Netz bisher stabilisiert haben. Im europäischen Verbundnetz wird diese Situation um das Jahr 2040 erwartet.

Die Energiezukunft Fuchstal entspricht schon heute diesem Netz der Zukunft. Deshalb lässt sich hier im realen Betrieb klären, was in Simulationen allein nicht beantwortet werden kann.

Wie ist in der Praxis ein stabiler Netzbetrieb in einem Netz ohne zentrale Regelungsstruktur möglich, das ausschließlich von Stromrichtern gespeist und belastet wird?

Das Reallabor in Zahlen

Energiezukunft Fuchstal

Batteriespeicher, Windpark, Power-to-Heat-Anlage mit Wärmespeicher und die Ortsteile Asch und Leeder bilden einen Netzabschnitt, der sich vom Verbundnetz trennen lässt.

3,35 MWh
Batteriespeicher
2 × 2,9 MW
netzbildende Wechselrichter
4 × 3 MW
Windenergieanlagen
4,7 MW
Power-to-Heat mit Wärmespeicher
20 kV
Mittelspannungsnetz

Schritt für Schritt

Drei aufeinander aufbauende Feldversuche

Jeder Feldversuch wird mit Simulationsmodellen vorbereitet und nimmt weitere Anlagen in das Inselnetz auf – bis am Ende die Fuchstaler Ortsteile Asch und Leeder versorgt werden.

  1. Schema Feldversuch 1: Batteriespeicher, netzbildender Wechselrichter, Lastbank und Power-to-Heat-Anlage

    Feldversuch 1 · Oktober 2024

    Batterie trägt das Inselnetz

    Zwei netzbildende Wechselrichter versorgen Power-to-Heat-Anlage, Lastbank und Kabelstrecke.

    Abgeschlossen
  2. Schema Feldversuch 2: zusätzlich vier Windenergieanlagen

    Feldversuch 2 · 16.–18. September 2025

    Windpark kommt hinzu

    Netzbildende und netzfolgende Anlagen im Zusammenspiel – drei Tage stabiler Inselnetzbetrieb.

    Abgeschlossen
  3. Schema Feldversuch 3: zusätzlich die Ortsteile Asch und Leeder

    Feldversuch 3 · 23.–27. November 2026

    Asch und Leeder im Inselnetz

    Die Ortsteile Asch und Leeder werden für einen halben Tag vom Stromnetz getrennt und als Inselnetz versorgt – der Praxisnachweis für das Netz der Zukunft.

    Geplant
Blick über Wiesen auf Fuchstal mit Windenergieanlage im Hintergrund

Aktuelles

Neuigkeiten aus dem Projekt

Oberschwingungen im Inselnetz

Auf dem 25. Wind & Solar Integration Workshop in Porto zeigt die TU Braunschweig, wie netzbildende Wechselrichter Spannungsoberschwingungen dämpfen – mit Messdaten aus dem Fuchstaler Inselnetz.

Zu den Publikationen

Strategien gegen Einschaltströme

Die Ergebnisse des zweiten Feldversuchs zu Transformator-Einschaltströmen wurden auf dem Hybrid Power Plants & Systems Workshop auf Sardinien vorgestellt.

Mehr zum Feldversuch 2

Sichere Versuche in Reallaboren

Wie ein Risikomanagement die Feldversuche absichert, zeigt der Beitrag der Hochschule München auf dem Symposium Energieinnovation in Graz.

Zur Pressemitteilung

Erster Feldversuch erfolgreich

Am 2. Oktober 2024 lief das Inselnetz erstmals ausschließlich über die netzbildenden Batteriewechselrichter – 15 Parameterszenarien wurden getestet.

Mehr zum Feldversuch 1

Konsortium

Gemeinsam für das Netz der Zukunft

Hochschule MünchenInstitut für nachhaltige Energiesysteme (ISES)
Technische Hochschule AugsburgFakultät für Elektrotechnik, Labor für Hochspannungstechnik
TU Braunschweigelenia Institut für Hochspannungstechnik und Energiesysteme
Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Das Projekt „Fuchstal leuchtet“ wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Assoziierte Industriepartner