Presse

Presse und Medien

Pressemitteilungen, Artikel und Ansprechpartner für Medienanfragen.

Sichere Versuche in Reallaboren – Risikomanagement macht’s möglich

Wissenschaftler der Hochschule München untersuchen im Reallabor des Forschungsprojekts „Fuchstal leuchtet“ das Stromnetz der Zukunft.

Künftig wird die elektrische Energieversorgung fast ausschließlich aus erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne erfolgen. Den Ausgleich zwischen schwankender Erzeugung und Verbrauch übernehmen dabei zunehmend Batteriespeicher. Wie das gelingen kann, wird im kleineren Maßstab im Verteilnetzabschnitt des Reallabors von „Fuchstal leuchtet“ untersucht. Dieser Abschnitt lässt sich vom großen Verbundnetz abtrennen und bildet dann ein sogenanntes Inselnetz. Am Ende des Forschungsprojekts sollen vier Windkraftanlagen und ein Batteriespeicher die Ortsteile Asch und Leeder der Gemeinde Fuchstal vorübergehend mit Energie versorgen. Dabei werden auch Betriebsstrategien entwickelt, um die Gemeinde bei einem längeren Ausfall des Verbundnetzes versorgen zu können.

Um das Verhalten der einzelnen Anlagen zu untersuchen, finden zunächst Feldversuche ohne die Gemeinde statt. Damit diese sicher ablaufen und der Normalbetrieb danach wieder aufgenommen werden kann, begleitet ein Risikomanagement die Versuche: Risiken werden erkannt, bewertet und mit Maßnahmen hinterlegt.

In einem Inselnetz müssen Erzeugung und Verbrauch stets im Gleichgewicht sein, sonst droht der Zusammenbruch des Netzes. Um dieses Leistungs- und Energiegleichgewicht zu untersuchen, wurde ein virtuelles Modell des Reallabors erstellt. Damit lassen sich die Versuchsabläufe planen. Mit den Messdaten aus den Feldversuchen wird das Modell überprüft. Anschließend soll mit diesem Modell der Betrieb mit der Gemeinde untersucht werden – mit dem Ziel, Betriebsstrategien für einen längeren Netzausfall und Handlungsempfehlungen für das gesamte Verbundnetz zu entwickeln.

Gerne vermitteln wir einen Interviewtermin mit Konstantin Wagner und Prof. Georg Kerber oder stellen vertiefende wissenschaftliche Informationen zu den Feldversuchen bereit.

Weitere Informationen: Der Konferenzbeitrag zum Risikomanagement steht in der Nachlese der EnInnov 2026 und auf unserer Seite Publikationen zur Verfügung.

Fuchstal erprobt das Netz der Zukunft

Gemeinsam mit der Hochschule München, der Technischen Hochschule Augsburg und der TU Braunschweig hat sich die Gemeinde Fuchstal erfolgreich für das Projekt „Fuchstal leuchtet“ beworben. Es baut auf dem Konzept „Energiezukunft Fuchstal“ auf und wird vom Bund gefördert.

Die Energiewende verändert die Stromversorgung grundlegend. Mit dem Wegfall konventioneller Kraftwerke, die heute den Großteil der Systemdienstleistungen für die Netzstabilität bereitstellen, und dem Ausbau kleiner stromrichterbasierter Erzeugungsanlagen ändert sich das Verhalten des Stromnetzes. Deshalb muss geklärt werden, ob ein Netz, das ausschließlich von Stromrichtern gespeist wird, in der Praxis stabil betrieben werden kann.

Als Trägerin des Deutschen Nachhaltigkeitspreises versorgt sich die Gemeinde Fuchstal mit eigenen Windkraftanlagen, Solarparks, einem Batteriespeicher und einem Wärmetopf mit Power-to-Heat-Anlage weitgehend selbst aus erneuerbaren Energien. Diese Infrastruktur macht Fuchstal zum idealen Ort für die Forschungsfrage. Zum Projektstart trafen sich alle Kooperations- und Industriepartner zu einem Kick-off in der Energiezukunft Fuchstal.

„Technisches Ziel des Projekts ‚Fuchstal leuchtet‘ ist die stabile Notversorgung der Gemeinde Fuchstal. Die Versorgung der Gemeinde und des Wärmetopfs erfolgt durch das Zusammenspiel der PV-Anlagen, der Windkraftanlagen sowie des Batteriespeichers mit dem netzbildenden Wechselrichter.“
Prof. Dr.-Ing. Georg Kerber, Hochschule München
„Zudem freut es uns, dass unsere Gemeinde nicht nur lokal, sondern auch durch die Betrachtung der Forschungsproblematik einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende in ganz Deutschland leisten kann.“
Erwin Karg, damaliger Erster Bürgermeister der Gemeinde Fuchstal

Pressekontakt

Für Interviewanfragen, Bildmaterial und vertiefende Informationen wenden Sie sich bitte an:

Prof. Dr.-Ing. Georg Kerber
Hochschule München, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik
georg.kerber@hm.edu

Logos & Bilder

Logo und Bilder des Projekts stellen wir für die Berichterstattung auf Anfrage in Druckqualität zur Verfügung.

Logo Fuchstal leuchtet